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Tourismus in der
Schweiz - Segen oder Fluch für Mensch und Umwelt?
6.
Die Zukunft: Der Sanfte Tourismus?
Mit Blick
auf die zuvor genannten Probleme, die aufgrund der derzeitigen Entwicklung
vermutlich weiter steigen werden, ist inzwischen so mancher zu der Erkenntnis
gekommen, daß die Grenzen erreicht sind. Daher hat sich in den letzten
Jahren der Begriff des "Sanften Tourismus'" zu etablieren begonnen. Hierbei
handelt es sich um eine Form des Tourismus', der nicht ausschließlich
wirtschaftlichen und technischen Zwängen gehorcht, sondern auch Umweltaspekte
und Interessen der einheimischen Bevölkerung beachtet. ( [9] S.137)
Das Problem ist jedoch, daß man kaum allgemeingültige Regeln
aufstellen kann, da jeder Ort besondere Bedürfnisse hat. So müssen
also im Einzelfall Maßnahmen entworfen werden, die den Wandeln von
"Masse zu Klasse" ermöglichen.
Da
wären zum einen Baubestimmungen, die ein landwirtschaftliches Bild
garantieren (das ja auch die Touristen sehen wollen) und die Erschließung
der Täler kontrollieren. Vor allem die Lawinengefahr sollte man ernster
nehmen, wie zum Teil sehr schwere Unglücke in den letzten Jahren deutlich
gemacht haben.
Allerdings ist es
sehr schwer, den Reiseveranstaltern diesen Weg schmackhaft zu machen, da
sich auf diese Weise keinen allzu schnellen Gewinn machen läßt.
Und auch die örtliche Bevölkerung, die unmittelbar vom Tourismus
lebt, steht aus demselben Grund ebenfalls dieser Entwicklung im Wege. Daher
ist die Politik gefordert, derartige Regeln erst einmal festzulegen. Doch
auch dies dürfte keine Wirkung zeigen, gelingt es nicht, der Tourismusbranche
klar zu machen, daß sie sich durch die Zerstörung der traditionellen
Kultur und der Naturlandschaft ihre eigene Grundlage entzieht. Derartige
Tendenzen sind bereits durch die stagnierende Urlauberzahl und dem abgewerteten
Landschaftsbild deutlich erkennbar. Daher beginnen bereits einige Orte
in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern, die spezielle Reisen und Urlaube
anbieten, das Konzept "sanfter Tourismus" einfach zu versuchen, wobei die
Natur als Geschäftsgrundlage gesehen und gepflegt wird. Das gibt unter
anderem der Bevölkerung die Chance, sich im Namen des Tourismus' wieder
eine Landwirtschaft aufzubauen, die nicht von gewinnbringenden Erträgen
abhängig ist. Ob sich diese Projekte rentieren, muß die Zukunft
allerdings noch zeigen, aber der Markt dürfte ohne Zweifel vorhanden
sein. [7]
Bleibt noch die Frage
offen, in wieweit die oben beschriebenen modernen Freizeitaktivitäten
diesen hoffnungsvollen Trend bremsen werden, denn häufig läßt
sich mit Rafting und Canyoning weit schneller einen Franken verdienen,
als mit einem geregelten Tourismus.
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