Einleitung
Es ist jedes Jahr das Gleiche: Man will
einfach nur seinen Winterurlaub planen und sieht sich einem gigantischen
Angebot an Ferienorten und Hotels gegenüber. Der Tisch liegt voller
Reisekataloge, die man sich schon ein Jahr im Voraus hat schicken lassen.
Die Wahl ist nicht leicht. Sie alle versprechen ein einmaliges Naturerlebnis
und grenzenlose Erholung. Doch wohin man letzlich fährt, entscheidet
das Los: Welcher Prospekt als erstes auf den Boden fällt, dorthin
wird gefahren... und es ist einer aus der Schweiz.
So oder ähnlich könnten die
Vorbereitungen eines Winter- oder Sommerurlaubers aussehen, der sich für
einen der zahllosen Ferienorte in den Alpen entscheiden muß. Will
man nicht von vornherein ans Meer, so kommt man um einen Prospekt von der
Schweiz nur schwer herum. Die Marketingmaschinerie der Tourismusbüros
laufen schon seit Jahrzehnten auf Hochtouren und bringt immer mehr Menschen
in eine Umwelt, die für so einen Ansturm eigentlich gar nicht geeignet
ist. So ist es auch nicht verwunderlich, daß jedes Jahr aufs neue
Nachrichten über Lawinen und Erdrutsche die heile Touristenwelt erschüttern.
Und immer wenn RTL in seiner Sendung "Notruf" über die spektakulärsten
Bergrettungen berichtet, bedeutet dies, es ist wieder Urlaubssaison.
Danach ist alles wieder vergessen, zumindest
für den Touristen. Aber was ist mit Mensch und Natur der Alpen, die
diesen Lebensraum nicht einfach für elf Monate im Jahr verlassen können?
Mit welch langfristigen Auswirkungen der Urlauberflut haben sie zu kämpfen?
Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich mein Referat. Auf den
nächsten Seiten wird aufgezeigt, daß die Alpenwelt bei weitem
nicht mehr so heil ist, wie sie uns von den Reisebüros verkauft wird,
und daß ein Umdenken zwar dringend nötig, aber nur sehr schwer
zu realisieren ist. Denn eines darf man nicht vergessen: Tourismus ist
ein Geschäft - Gewinn ist die oberste Maxime - gerade in einem Land,
das einen erheblichen Teil seiner Bruttoerträge aus dieser Wirtschaftssparte
bezieht.
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